I shot marilyn monroe

Bremen 2006

60x60 cm Siebdruck, 3x9 Exemplare

Die Arbeit »I shot Marilyn Monroe« setzt sich mit der Austauschbarkeit einer Ikone auseinander. Sie stellt die Frage, was das Reproduzieren einer Reproduktion beim Betrachter hervorruft, wenn man deren Inhalt und deren Titel durch Gegensätze austauscht. Der hier ausgetauschte Inhalt besteht in der Abbildung Valerie Solanas', einer radikal-feministischen Schriftstellerin, die vor allem durch ihren misslungenen Anschlag auf Andy Warhol Berühmtheit erlangte. Ihr Porträt steht an Stelle des bekannten Warhol'schen Marilyn Monroe-Porträts. Monroe, die zur Zeit der Reproduktion durch Warhol bereits durch zahllose Reproduktionen als Sexsymbol weltberühmt war, dient hier als Sinnbild für alles, was Valerie Solanas verabscheute und in ihren Schriften demontierte. Valerie Solanas ihrerseits steht als Attentäterin auf die Ikone der Pop Art selbst als Antithese zu Reproduktion, Konsum, stilisierter Weiblichkeit und übergeordneter Männlichkeit. Der Titel »I shot Marilyn Monroe« bezieht sich auf die US-amerikanische Filmbiografie von Mary Harron über das Leben von Valerie Solanas.

Aus den Siebdruckplakaten entstand eine Postkartenaktion, die »Un hommage a Valerie Solanas« benannt wurde.